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Hallo alle miteinander.

 

Ich bin Arinja und ihr lest hier gerade das Vorwort zu meiner Geschichte ‚Anima Negra’.

Die Geschichte habe ich zu 90% während meines Unterrichts geschrieben und sie hat sich über die 10 bis 12 Klasse gezogen ^^; ja ja vielleicht hätte ich doch besser gelernt.

 

Auf jeden Fall habe ich jetzt beschlossen sie hoch zuladen um mal zu erfahren was andere von ihr halten. Meine Sis findet sie toll und meine Freunde...na ja... sie wollten sie ja unbedingt lesen. Jetzt halten sie mich für total durchgeknallt *kicher*.

 

Jetzt noch etwas zur Geschichte selbst:

 
Disclaimer: Alles gehört J.K. Rowling und ich will auch kein Geld dafür. (da schreib ich lieber mein eigenes Buch. Bin schon dran ^.-)
 

Eigene Charas: Balthasar, Ann & Eve Treemer, André & Gabriel Bouchon, Elena Peters und eigendlich so ziemlich jeder der nicht in den Büchern erwähnt wird, wurde von mir erfunden und gehört daher auch mir.

 
Genre: keine Ahnung aber es ist von allem etwas denke ich ^^;
 
Rating: auf jeden fall Slash 18, auch wenn das erst ab dem 7. Kapitel kommt.
 
Pairing: wie wahrscheinlich in sehr vielen Stoys Harry-chan und Draci-chan, natürlich gibt es auch noch einige neben Pairings aber das findet ihr schon noch raus.
 
Geplante Kapitel: in meiner Vorschrift (auf papier ^^; mein armer Block) sind es 14 und ich gedenke diese Zahl auch ein zuhalten.
 
Inhalt: Öhm ja, Harry gewinnt seine Familie zurück und muss gleichzeitig das Haus wechseln, sein Leben in Slytherin könnte so schön sein, wären da nicht dieser seltsame Brief. Also sucht Harry mit seinen neuen Freunden nach den Seelenträgern um die Welt der Magier mal wieder zu retten.
 

Betaleser: Burn-chan *ganz dolle knuddel* und meine liebe Danny alias Sohi *auch ganz dolle knuddel*

 
Dann viel spaß beim lesen und es wäre tierisch lieb wenn ihr mir das eine oder das andere Kommentar dalassen würdet. So als Mentale unterstützung ^^;
 

Eure Arinja

Anima Negra

 
Kapitel 1: Nightmare Children
 
‘Die Sonne scheint
Die Vögel singen
Ein guter Tag
Sich umzubringen’
 

Dieser oder ähnliche Sprüche zierten seine Tasche, seine Bücher, einige Pergamente und seinen Schreibtisch. Seine Verwandten waren seit dem Beginn der Ferien nicht mehr in seinem Zimmer gewesen und auch sonst sahen sie sich nur zu den Mahlzeiten oder wenn sie sich auf dem Weg zum Bad trafen. Es störte ihn nicht, denn so wurde er auch nicht für irgendwelche Hausarbeiten missbraucht. Außerdem konnte er so seine freie Zeit mit lernen verbringen, damit er dieses Jahr einen besseren Start hätte. Es waren bereites drei Wochen vergangen seit die Ferien begonnen hatten und ihm fiel nicht das erste mal auf, wie sehr er sich in diesen drei Wochen verändert hatte. Nicht nur äußerlich sondern auch seine Wesenszüge hatten sich verändert. Man konnte ihn schon guten Gewissens als Gothic bezeichnen. Ein leises Lachen erfüllte den Raum.

„Wie Ron und Hermine wohl reagieren werden?“
 
Sirius hatte Harry schon während der Zugfahrt nach Hause einen Brief zu kommen lassen, in dem er Harry nahe legte, sich auf seine Kosten mal richtige Klamotten zu kaufen, da seine momentanen, wie er sich so schön ausgedrückt hatte ‚zum Heulen’ seien. Also war Harry in der ersten Ferienwoche mit dem Bus nach London gefahren und hatte sich erst einmal eine bestimmte, von Sirius bereitgestellte Summe, in Gringotts abgeholt und hatte sich zuerst neue Roben gekauft. Doch nicht nur Schulroben sondern auch normale Ausgehroben in Bordeaux, Dunkelgrün und Schwarz. Da Harry wohl zum ersten Mal in seinem Leben allein war, beschloss er ein paar Tage zu bleiben um es richtig zu genießen. So nahm er sich ein Zimmer im Tropfenden Kessel und beschloss einen kleinen Bummel zu machen. Doch da Harry die Diagon Alley schon bereits kannte und seine Lieblingsläden alle recht zügig durchgesehen waren, fing er bald an sich zu langweilen. Er hatte seine Schulbuchliste noch nicht erhalten, konnte seine Bücher daher auch noch nicht kaufen. Also kam er bald in Versuchung die Knockturn Alley zu betreten.
Obwohl es gerade Mittag war schien dort ein stetes Dämmerlicht zu herrschen. Auch die Menschen unterschieden sich sehr von den ‚normalen’ Zauberern. Während in der Diagon Alley alles bunt und schillernd war, dominierte in der Knockturn Alley Schwarz, Grau und dunkles Rot. Auch Harry spürte eine Veränderung. Während er sich sonst immer zum Fröhlichsein gezwungen fühlte, spürte er dort keine Zwänge und wusste dass ihn dort niemand schief ansehen würde, wenn er mal schlecht drauf war. Zum Glück hatte er sich eine schlichte schwarze Robe übergezogen. So sah man zwar dass er ein Zauberer war, doch da er seine Haare mittlerweiel so lang hat wachsen lassen, dass sie ihm tief in die Stirn hingen wusste niemand dass er in Gryffindor war und Harry Potter hieß. Harry ging an Geschäften mit Schrumpfköpfen, ganzen Fingernägeln oder seltsam verschrumpelten Wurzeln vorbei und sah Leute die schlimmer aussahen als Sirius nach Askaban.
 
„Hast du dich verlaufen mein Junge?“

Eine alte verschrumpelte Hexe griff seinen Arm.

„Ich kann dir helfen“, meinte sie mit einem zahnlosen Grinsen und Harry bemerkte aus den Augenwinkeln das ein halbes Dutzend heruntergekommene Leute unbemerkt einen Ring um sie beide schlossen.
~Wollen die mich ausrauben?~ fragte Harry sich in Gedanken aber dann begann er doch zu grinsen und meinte hochnäsig:
 „Tut mir leid aber ich habe eine Verabredung mit Mr. Malfoy und es wäre mir sehr unangenehm, wenn ich zu spät kommen würde.“
Die Finte wirkte und die Hexe ließ ihn sofort los. Sie grinste zahnlos als sie demütigst sagte:
„Verzeihen sie, ich wollte sie nicht belästigen.“
Sie verschwand und mit ihr der Ring aus Personen und Harry hatte wieder freie Bahn. Er beschloss sich diese Finte zu merken, falls er noch mal auf solche Leute treffen sollte. Malfoy hatte sehr viel zu sagen, und es schien Harry als hätte er hier, in der ‚Schwarzmagischen Welt’ noch weit mehr Macht als in der ‚Weißmagischen Welt’, was Harry nicht weiter verwunderte. Er setzte seinen Bummel fort und machte sich einen Spaß daraus die Leute zu beobachten (man nennt so etwas auch Peoplewatching *grins*). Er fand einen Buchladen und kaufte sich dort einige Bücher über schwarze Magie und schwarzmagische Tränke. ~Kann ja nicht schaden~ ,dachte sich Harry und grinste bei dem Gedanken wie Dumbledore wohl reagieren würde, wenn er das wüsste.
Er sah sich noch ein wenig um und betrachtete sich die Auslegeware in einigen Schaufenstern. Harry fiel ein kleines Kleidergeschäft auf und beschloss es sich einmal näher anzusehen. Schon an dem Namen des Ladens ‚Midnight’s Clothers’ bemerkte er, dass es dort wohl etwas außergewöhnliche Kleidung gab und er hatte recht. Dort gab es ausschließlich Kleidung in schwarz, grau und dunklem Rot. Es gab viel Lack, Leder und Nieten. Das Sortiment war eine Mischung aus Muggel-Gothic-Kleidung und Zaubererkleidung. Harry sah sich staunend um und war gleich von einigen Stücken begeistert.
„Na schon was Interessantes gefunden?“
Harry schreckte herum und sah in zwei strahlend violette Augen. Ein junger Mann von vielleicht 25 Jahren lächelte ihn freundlich an. Er war ganz in Schwarz gekleidet. Mit Netzstulpen, einem Nietenhalsband, grünen Strähnen und schwarz umrandeten Augen. An seinem linken Ohr hing ein umgedrehtes Kreuz. Der Junge Mann lachte leise.

„Sehe ich so interessant aus? “,wieder lachte er leise als Harry rot anlief und seinem Blick auswich.

„Verzeihung, ich wollte Sie nicht anstarren, aber Sie kamen so plötzlich und da habe ich mich erschreckt.“
Harry lächelte entschuldigend und sah sich unauffällig um.
„Lass doch das Sie weg. Da komm ich mir immer so alt vor. Ich heiße Balthasar.“
„Ist gut. Ähm...“
Harry lächelte verlegen als er seinen Blick schweifen ließ.Da hörte er auch schon wieder Balthasars Stimme.
„Lass mich raten. Du willst dir ein paar neue Klamotten kaufen, weist aber nicht ob der Stil, der Richtige ist.“
Harry nickte verblüfft.
„Bin ich so leicht zu durchschauen?“, fragte er nervös.
„Um ehrlich zu sein... Ja. Aber mach dir nichts draus. Ich habe für so etwas einen sechsten Sinn.“
Balthasar lächelte mitfühlend und schob Harry die Regalreihen entlang.
„Hast du schon eine bestimmte Vorstellung? Netz? Lack und Leder? Vampirstil? Barock?“, befragte Balthasar Harry während er in den Regalen wühlte.
„Um ehrlich zu sein: Ich hab mir da noch gar keine Gedanken gemacht. Ich will nur etwas anderes. Etwas eigenes.“
Sofort wünschte er sich nichts gesagt zu haben, denn Balthasar sah ihn mit einer Mischung aus Unglauben und Überraschung an.
„Ein kleiner Rebell was? Darfst dir das erste Mal deine Klamotten alleine Aussuchen und willst deine Eltern schocken?“, fragte Balthasar amüsiert. Doch Harrys Stimmung verdüsterte sich nur.
„Ich habe keine Eltern die ich schocken könnte und außerdem ist es das erste Mal dass ich überhaupt neue Kleidung bekomme, außer meinen Schulroben.“
„Oh, Sorry das hab ich nicht gewusst. Manchmal treffe ich echt in die größten Fettnäpfchen“, entschuldigte sich Balthasar mit einem entschuldigenden Lächeln.
„Schon OK. Du konntest es wirklich nicht wissen. Außerdem habe ich mich daran gewöhn.“, entgegnete Harry in einem neutralen Ton. Balthasar nickte und wühlte weiter in den Regalen herum. Während die beiden damit beschäftigt waren einen passenden Stil für Harry zu finden, betrat eine weitere Person den Raum.
„Bahl? Hey Bahl wo steckst du. Ich brauche mal deine Hiiiiiiiiiiiiiiilfe“, rief der Neuankömmling in den Laden.  Balthasar seufzte theatralisch.
„Ich bin hier hinten Art“, rief er zurück während er über die Regale hinweg winkte. Zu Harry meinte er augenrollend: „Art McNeil. Ein guter Freund von mir und ohne mich total aufgeschmissen.“ Als Harry Art McNeil um die Ecke kommen sah, dachte er es wäre ein Dämon, doch auf den zweiten Blick erkannte er, dass es nur Tätowierungen waren, die seinen Körper so dämonisch aussehen ließen, dazu kam die Glatze und die Unmengen an Piercings die sich überall an seinem Körper befanden.
„Hey Bahl, ich brauche mal deine Hilfe“, begann Art ganz ohne Umschweife doch Balthasar ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen.
„Und was hättest du gemacht, wenn ich nicht da gewesen wäre? Wenn Mike oder Cody heute Dienst gehabt hätten?“, fragte er ganz ruhig und verschränkte die Arme vor seiner Brust.
„Dann hätte ich die gefragt. Komm schon. Ich muss nur mal kurz euren Kamin benutzen. Der in meinem Laden spinnt irgendwie und ich muss ganz dringend mit jemandem reden“, flehte Art was bei seinem imposanten und beängstigenden Äußeren recht seltsam aussah. (lol)Balthasar seufzte und nickte widerwillig.
„Na gut. Aber nur weil du es bist.“
„Danke, Bahl, danke.“
Und schon war Art in den Tiefen des Ladens verschwunden. Balthasar schüttelte den Kopf und wandte sich wieder Harry zu.
„Wie gesagt. Ohne mich wäre er aufgeschmissen. Aber man kann nichts gegen ihn sagen. Er betreibt einen Friseur-, Tattoo- und Piercingladen zwei Häuser weiter. Wenn du ein gutes Tattoo haben willst solltest du zu ihm gehen er macht die Besten. Wenn du willst kannst du nachher zu ihm gehen und dich auf meine Kosten ein bisschen aufstylen lassen“, meinte er fröhlich. Harry wollte protestieren doch er wurde von Balthasar unterbrochen bevor er etwas sagen konnte.
„Hey Kleiner mach dir keine Sorgen. Er berechnet mir sowieso nichts, also geht das schon in Ordnung. Außerdem scheinst du in Ordnung zu sein und du hast mal was gutes verdient.“
Harry nickte etwas bedrückt aber lächelte gleich wieder.
„So und jetzt sehen wir mal weiter nach ein paar Klamotten für dich.“
 
„Hey das sieht gut aus.“
Harry stand in einer Umkleidekabine und musste schon zum x-ten Mal Balthasars prüfenden Blick über sich ergehen lassen.
„Ja ich denke das einfachste ist doch das Beste für dich. Wenn du willst kannst du die Sachen anlassen. Ich gehe derweil noch ein paar Sachen zusammen suchen.“
Und schon war Balthasar wieder zwischen den Regalen verschwunden. So hatte Harry Zeit sich noch einmal im Spiegel zu betrachten. Seine Kleidung war wirklich einfach, wenn man bedachte was er bisher anprobiert hatte. Er trug ein Ärmelloses Top auf dem die Karikatur eines kleinen Mädchens abgebildet war, die eine zerfetzte Puppe im Arm hielt deren Kopf von einer einzigen Naht gehalten an der Seite baumelte. Das Mädchen und die Puppe waren mit Blut befleckt. Darunter befand sich eine Aufschrift ‚Nightmare Children’.
~Alptraumkinder. Manchmal gleicht mein Leben auch einem Alptraum. Ob auch ich eines dieser Alptraumkinder bin?~
Des weiteren trug er eine Baggy, auf deren linkem Hosenbein eine Rose zu sehen war von dessen Dornen Blutstropfen hingen. Dazu hatte Balthasar ihm noch ein Paar Handschuhe ohne Finger und ein Nietenhalsband gereicht. Auf dem einen Handschuh war ein grinsender und auf dem anderen ein weinender Totenkopf abgebildet. Während Harry sich noch im Spiegel betrachtete kam Balthasar wieder zwischen den Regalen hervor gewuselt. Er trug einen Stapel mit Oberteilen und ein weiterer Stapel mit Hosen flog vor ihm her.
„So Kleiner, ich hab dir jetzt noch ein paar Sachen in dem Stil zusammengesucht. Die müssten dir eigentlich alle passen. Kannst ja mal durchgucken was dir gefällt und was nicht.“
Plötzlich hörten sie eine Tür und danach eine bekannte Stimme.
„Bahl? Hey Bahl, wo steckst du schon wieder?“, rief Art in den Laden. Balthasar der nur mit den Augen rollen konnte rief zurück: „Bei den Umkleidekabinen.“ Schon nach kurzer Zeit kam Art zwischen den Regalen auf sie zu getigert. Ein breites Grinsen zierte sein Gesicht.
„Alles erledigt. Danke noch mal das ich deinen Kamin benutzen durfte.“
„Ich hoffe du hast alle Spuren beseitigt. Ich habe keinen Bock das morgen die Auroren bei mir auf der Matte stehen und mich wegen deinen krummen Dingern festnehmen. Dafür mag ich die Freiheit zu sehr“, gab Balthasar grinsend zu bedenken. Art war scheinbar empört.
„Dass du mir zutraust krumme Dinger zu drehen. Na ja OK. Nicht alle sind sauber aber ich war noch nie so leichtsinnig um den Auroren irgendeinen Grund zu liefern mich zu verdächtigen.“, meinte er beleidigt. Doch Balthasar grinste nur.
„Denk lieber noch mal nach. Du hast gerade vor dem Jungen hier...“, dabei deutete er auf Harry, „...zugegeben dass du dich außerhalb des Gesetzes bewegst. Was wäre jetzt, wenn er direkt zu den Auroren rennt und ihnen steckt dass du irgendwas am laufen hast? Das war Leichtsinnig von dir.“ Harry wollte sich schon beschweren. Er würde nie zu den Auroren gehen. Wozu auch? Er kannte diesen Art immerhin nicht. Doch Balthasar kam ihm zuvor.
„Nichts gegen dich Kleiner. Ich bin sicher du bist eine ehrliche Haut die nicht einfach irgendjemanden verpfeift. Ich wollte Art nur gerade seine Unvorsichtigkeit aufzeigen“, rechtfertigte sich Balthasar und klopfte Harry auf die linke Schulter während er sich wieder an Art wandte.
„Ach ja, hast du was dagegen, wenn ich den Kleinen nachher zu dir schicke? Er soll sich auf meine Kosten ein wenig aufpeppen lassen.“
„Klar kein Problem. Für dich doch immer“, antwortete Art und verließ grinsend den Laden. Harry wusste nicht was er von Art halten sollte, oder was er über das Gespräch denken sollte.
„Hey Kleiner, nicht dass du jetzt denkst das Art irgendetwas Illegales macht. Ich ärgere ihn nur immer mit solchen Sachen. Also bloß nicht ernst nehmen.“
„Geht Klar“, nickte Harry und wandte sich wieder den Kleidungen zu. Er suchte sich etwa Fünfzehn Oberteile und dreizehn Hosen aus. Dazu bekam er noch drei Paar Armstulpen, fünf paar Handschuhe und zwei Paar Boots. Als alles eingepackt und berechnet war meinte Balthasar: „Ich gebe dir einen extra Sympathiebonus von 50%. Ist das ein Angebot?“, fragte er gut gelaunt und zwinkerte.
„Ach und noch was. Wenn du Lust hast können wir vielleicht mal zusammen ins ‚Admirals Eyes’ gehen. Da ist jeden Abend ein Gothictreff mit guter Musik und vielen netten Leuten. Da kannst du auch mal deine neuen Sachen ausprobieren.“ Harry nicke.
„Ja vielleicht komme ich. Wo ist das ‚Admirals Eyes’ ?“, fragte er etwas ratlos. Doch Balthasar lächelte väterlich.
„Wenn du willst hole ich dich um 21 Uhr ab. Du wohnst doch bestimmt im tropfenden Kessel oder?“
Harry nickte bestätigend und lächelte.
„Ok dann bis heute Abend. Wie viel schulde ich dir?“ fragte Harry dann gut gelaunt.
„Öhm. Das wären 35 Galeonen und 17 Sickel.“
Harry zahlte und lies sich von Balthasar die Taschen verkleinern so dass er sie in seine Hosentasche stecken konnte.
„Na dann bis Heute Abend“, verabschiedete er sich und machte sich auf zu Arts Laden. Als er sich draußen umsah erkannte er den Laden sofort. Es war der einzige mit Perücken und Bildern von Tätowierungen im Schaufenster. Ein Glöckchen war zu hören als Harry den Laden betrat. Er sah sich in dem Geschäftraum um, von dem zwei Türen abgingen. An den Wänden hingen Bilder von Tätowierungen und die neusten Haartrends. Je länger Harry sich in diesem Raum umsah desto stärker reifte ein Plan in seinem Innern bis er sich sicher war ihn in die Realität umzusetzen. Als Art den Raum betrat und Harry erkannte begann er zu grinsen.
„Ah unser kleiner Neuzugang. Musst Balthasar ganz schön beeindruckt haben dass er dich zu mir schickt. Oder er mag dich einfach nur auf Anhieb. Aber ist ja auch egal. Was willst du? Neuer Haarschnitt, nen Tattoo oder nen Zungenpiercing?“, fragte er und streckte grinsend die Zunge heraus, wodurch ein Stecker mit einem Totenkopfbild zum Vorschein kam. Noch einmal wankte Harry in seinem Entschluss, doch dann blickte er Art entschlossen an.
„Alles.“
Arts Verwunderung wich einer fast kindlichen Freude.
„Schön, schön, schön. Hast du auch schon genaue Vorstellungen? Ich würde dir ja zu ein paar farbigen Strähnen raten. Das sieht immer gut aus“, erkundigte  sich Art nun geschäftsmäßig und begann um Harry herum zu wuseln.
„Ein paar dunkelrote Strähnen wären ganz cool und als Tattoomotiv dachte ich an eine Schlange. Ich liebe Schlangen und das soll ruhig jeder sehen.“
„Und was für ein Piercing?“
„Das weiß ich ehrlich gesagt noch nicht wirklich.“ Harry zuckte mit den Schultern.
„Das können wir ja am Schluss machen. Aber jetzt erst einmal die Haare. Bitte hier hinein“, sagte Art mit geschäftsmäßigem Lächeln und öffnete die linke Tür. Sie führte in einen Frisörsalon in dem drei Junge Männer sich um ein paar Kunden kümmerten.
„Setz dich doch hier hin OK. Also die Spitzen schneiden und ein paar Strähnen. Ich könnte dir ein Shampoo anbieten das deine Haare etwas bändigt. Dann sind die nicht ganz so wild“, bot Art an während er ihn im Spiegel musterte.
„Ne, ne las mal ich mag meine Haare so. Das ist quasi mein Markenzeichen“, lehnte Harry konsequent ab. Art zuckte mit den Schultern.
„Ich meinte ja nur.“
Harry war nicht überrascht als Art die Scheren so verhexte, das sie ihre Arbeit von selbst erledigten. Währenddessen half er Harry bei der Wahl eines passenden Tattoos. Sie waren schon beim Färben angelangt, als sie sich einem Piercing zuwandten.
„Also. Soll es eher auffällig sein oder eher so nach dem Motto ‚ich weiß es und das reicht’?“, fragte Art während er die Arbeit seiner verzauberten Arbeitsutensilien begutachtete.
„Och es wäre schon gut, wenn es anderen auffällt. Vielleicht Augenbraue? Obwohl ich die hier oben in den Ohren auch cool finde. Ach weist du was? Wir machen eins in die rechte Augenbraue und eins ins linke Ohr“, legte Harry fest und lehnte sich genüsslich im Stuhl zurück.
 
An Ende hatte Harry blutrote Strähnen, eine Schlange die sich um seine rechten Oberarm schlängelte, Kontaktlinsen, ein Piercing durch seine rechte Augenbraue und sein linkes Ohr. Außerdem hatte er noch normale Ohrlöcher bekommen in denen nun jeweils ein umgedrehtes Kreuz hing. Die Sache mit dem Tattoo war eigentlich ganz cool gewesen. Nachdem sich Harry für ein Motiv entschieden hatte, tippte Art das Motiv und das Fläschchen mit der Farbe nach einander an und sprach einen Spruch mit dem er das Motiv in seiner Haut ‚verankerte’ . Was Harry genial fand, war die Tatsache dass man es, im Gegensatz zu der Muggelvariante, ganz leicht mit einem Spruch wieder entfernen konnte ohne irgendwelche Rückstände. Nun saß er in seinem Zimmer im tropfenden Kessel und dachte über die Blicke nach, die man ihm zugeworfen hatte. Um ehrlich zu sein musste er zugeben dass es ihm gefallen hatte und dass er sich gut gefühlt hatte. Irgendwie frei und unbeschwert. Er hoffte nur, dass er sich in Hogwarts immer noch so fühlen würde. Bei dem Gedanken an seine Freunde zog sich sein Magen zusammen und seine Stimmung stürzte in den Keller. ~Ich weiß nicht was mit denen los ist. Dumbledore hat denen die Erlaubnis erteilt mir Briefe zu schicken und sie haben mir versprochen gleich zu schreiben, wenn sie zu Hause wären. Auch, wenn es nur ein paar kurze Zeilen wären. Aber bisher ist immer noch Nichts angekommen.~ Ein leises Grummeln erfüllte den Raum und Hedwig, die bisher bei Hagrid war um einen Brief an diesen ab zu liefern, schuhute nur fragend als sie ihren Meister so deprimiert sah. Doch dann erinnerte er sich daran, dass Balthasar ihn ja heute Abend ins ‚Admirals Eyes’ eingeladen hatte und schon war seine Stimmung wieder in einem Hoch. Bis 21 Uhr hatte er noch fünf Stunden und so wählte er in aller Ruhe sein Outfit für den Abend und stattete Gringotts noch einen kleinen Besuch ab damit er auch die Getränke bezahlen konnte.
 
Harry hatte sich für ein schlichtes Subway to Sally-Hemd und eine Baggy mit blau unterlegten Pentagrammen auf beiden Hosenbeinen entschieden. Dazu trug er Handschuhe ohne Finger mit den Todesfluch drauf und Pentagrammohrringe. So wartete er in der Schankstube des tropfenden Kessels auf Balthasars Ankunft. Er hatte gerade sein zweites Butterbier geleert als er endlich den Schankraum betrat und nach kurzem suchen auf ihn zukam.
„Hey Kleiner. Also ich muss Art beglückwünschen. Du siehst echt gut aus mit den neuen Strähnen und dem Tattoo und die Klamotten sind auch klasse“, sprach er, am Ende mit geschwellter Brust, (oder wie Mittermeier sagen würde ‚Mit aufgeblähtem Sack *fupp*&rsquo worauf Harry zu grinsen begann.
„Pass auf! Eigenlob stink“, warnte er grinsend und stand auf. „Wollen wir gehen?“
Er zahlte noch schnell die beiden Butterbier und verließ mit Balthasar den tropfenden Kessel. Doch nicht wie er gedacht hatte in die Diagon Alley, sondern in das Muggellondon. Harry war verwirrt.
„Äh Balthasar? Wo gehen wir hin?.“
„Ach nenn mich Bahl. Das machen eigentlich fast alle, bis auf meinen Bruder“, dabei rollte er mit den Augen, „Aber der ist so wie so ein wenig eigen. Ich hab doch gesagt das wir ins ‚Admirals Eyes’ gehen. Das ist ein Pub und eine Disco in London. Der Besitzer hat sich auf dunkle Gestalten wie uns spezialisiert und fährt damit ganz gut. Er ist bei Muggeln und Zauberern beliebt. Natürlich nur bei den schwarzen Zauberern aber das versteht sich ja“, meinte Bahl zwinkernd und fuhr fort. „ Dort sind die Regeln nicht so hart. Die Muggel die dort hinkommen haben meist selbst ein Gespür für die Magie oder glauben zumindest an die Magie. Man trifft dort echte Vampire genauso wie Muggel die gerne welche wären, denen aber der Mut zum letzten Schritt fehlt. Da immer die selben Leute am selben Abend da sind kennt jeder jeden. Man weiß wer Muggel und wer Zauberer ist. Das entspannt die Atmosphäre erheblich. Aber du wirst schon sehen.“ Sie waren mittlerweile in eine U-Bahn gestiegen und hatten es sich auf zwei Sitzen bequem gemacht. Eine Fliege schwirrte vor Harrys Gesicht herum und als er sie verscheuchen wollte, streifte er sein Pony wodurch seine Narbe zum Vorschein kam. Ungläubig starrte Balthasar auf Harrys Stirn und er begann den Kopf zu schütteln.
„Ne oder? Das ist jetzt nicht Wahr“, hauchte er entgeistert. „Du bist nicht wirklich Harry Potter.“ Harry seufzte resigniert und lies den Kopf hängen.
„Doch aber ich möchte nicht darüber reden“, entgegnete er und starrte demonstrativ die Abteiltür an bis sie aussteigen mussten. Balthasar nickte nur und erwähnte es nicht weiter während sie die Straße entlang liefen. Sie betraten eine altertümliche Schenke über deren Tür ein verwittertes Schild hing, auf dem in abblätternder Schrift ‚Admirals Eyes’ geschrieben stand. Das Innere stellte sich tatsächlich als Pub heraus. Harry sah Bahl fragend an, doch dieser deutete nur auf eine Treppe die in die Kellergewölbe führte. als sie die Treppe hinabschritten und durch eine weitere Tür traten verstand Harry endlich. Hier unten herrschte ein sanftes Dämmerlicht, das durch unzählige Kerzen und Fackeln erzeugt wurde. Die Einrichtung war in einem mittelalterlichem Stil gehalten und nur die Musikanlage zeugte von der wirklichen Zeit. Gerade begann ‚Teufelsweib’ von Schandmaul aus den Lautsprechern zu rieseln. Sofort wurden sie von einigen Personen umringt, die Balthasar freudig begrüßten und sich erkundigten wen dieser denn mitgebracht hatte. Doch Balthasar würgte das Gespräch rasch ab und meinte nur, dass er Harry eingeladen hätte. Dann führte er Harry an einen Tisch und ein Kellner nahm ihre Bestellungen auf.
“Zwei Gläser Met bitte”, bestellte Balthasar und zwinkerte Harry dann zu, “Keine Angst ich denke das du schon alt genug bist um ein Gläschen Met zu vertragen”
Harry fragte sich ob das so gut war aber ihm fiel auch auf, dass Balthasar Recht gehabt hatte. Alle hier waren in Schwarz gekleidet und dunkel geschminkt. Er fühlte sich sofort wohl in dieser Umgebung und er wusste sofort dass dies seine Welt war. ~Wieso fühle ich mich als Schwarzmagier so wohl? Hat Dumbledore mich die ganze Zeit belogen? Wollte er mich mit seinen Lügen einfach nur gefügig machen?~ Harry war so in Gedanken versunken, dass er nicht merkte dass ihre Drinks bereits geliefert worden waren und auch nicht, dass Balthasar ihn besorgt musterte.
„Harry? Ähm, ich will dir nicht zu Nahe treten. Aber willst du vielleicht über irgendetwas reden? Ich weiß wir kennen uns erst seit Heute aber irgendwie erinnerst du mich an jemanden der mir sehr am Herzen liegt und ich mag es nicht, wenn es jemandem schlecht geht“, meinte Balthasar mit einem besorgten Blick unter dem sich Harry wand.
„Ich habe nur gerade nachgedacht. Ich kann noch nicht darüber sprechen, weil ich es selbst noch nicht wirklich benennen kann. An wen erinnere ich dich denn?“, fragte er interessiert und nippte an seinem Getränk. Balthasar lächelte abwesend und nahm ebenfalls einen Schluck.
„An meinen Bruder. Wir waren immer zusammen als wir Kinder waren. Du musst wissen unsere Mutter starb bei meiner Geburt und unser Vater wurde von Auroren getötet als ich fünf war. Also haben wir uns gemeinsam durchs Leben geschlagen. Ich weiß nicht wieso, aber du erinnerst mich an ihn“, erklärte Balthasar nachdenklich und musterte Harrys Gesicht. „Vielleicht liegt es an den Augen. Tom hatte den selben Ausdruck in den Augen wie du.“
„Was für einen Ausdruck denn?“, fragte Harry überrascht.
„Den Ausdruck verlorener Unschuld. Vielleicht ist es wegen deinen Begegnungen mit dem dunklen Lord, vielleicht auch wegen etwas anderem. Aber irgendetwas hat deinen Unschuld und deine Kindheit zerstört. Genau so war es bei Tom“, sagte Balthasar seufzend und senkte den Blick zu seinem Glas.
„Meine Verwandten“, war das einzige was Harry nach einer langen Zeit der Stille sagte und Balthasar sah ihm fragend in die Augen.
„Meine Verwandten sind daran Schuld. Nicht Voldemort“, ergänzte er und musterte sein Getränk bevor er es in einem Zug hinunter schüttete. Es verwunderte ihn ein wenig dass Balthasar bei dem Namen das Lords nicht zusammenzuckte, aber er dachte nicht weiter darüber nach.
„Aber wie und wieso?“, fragte Balthasar mit einem traurig fragenden Blick
„Sie können Zauberer nicht ausstehen und haben mir immer das Leben zur Hölle gemacht. So bald ich groß genug war um es zu verkraften wurde ich geschlagen. Ich musste elf Jahre lang in einem Schrank unter der Treppe wohnen. Außerdem haben mein Cousin und seine Freunde mich immer als Punchingball missbraucht. Das kann einem wirklich die Kindheit zerstören. Voldemort war da nur das kleinere Übel. Mit dem hatte ich immer nur ein paar Stunden zu tun. Meine Verwandten musste ich die gesamten ersten elf Jahre meines Lebens ertragen und seit dem jede Sommerferien.“ Harry seufzte und kippte den Drink herunter den der Kellner gerade gebracht hatte. Der Alkohol machte sich bereits bemerkbar und lockerte seine Zunge.
„Wenn man zwei Monate Prügel und eine Stunde gegen Voldemort kämpfen gegenüber stellt ist der Kampf gegen Voldemort nichts gegen zwei Monate Schmerzen und Demütigung. Ich weiß eigentlich gar nicht wieso ich nicht schon längst abgehauen bin.“
Bereits der dritte Drink wurde geliefert, doch Harry starrte diesmal nur in die bernsteinfarbene Flüssigkeit und lauschte der Musik. Gerade lief ‚Feuerkind’ von Subway to Sally. Leise sang Harry mit und wiegte seinen Körper im Takt der Musik. Balthasar beobachtete ihn fasziniert und trank seinen zweiten Drink.
~Der Kleine kann einem echt leid tun. Es muss ihm da ja echt beschissen gehen, wenn er einen Kampf mit Voldemort vorziehen würde. Ich glaube ich sollte mal mit Tom reden. Vielleicht kann er dem Kleinen helfen.~
Sie tranken einige Zeit nur stumm ihre Getränke und genossen die Gesellschaft des anderen.
~Was ist eigentlich mit mir los? Wieso fühle ich mich in der Gegenwart eines Fremden so wohl? Es fühlt soch so an, als würde irgendetwas uns verbinden, als würde Sirius oder vieleicht sogar mein Vater mit mir an diesem Tisch sitzen und nicht ein Fremder den ich heute Mittag durch Zufall kennen gelernt haben. Ich habe wohl doch schon zu viel getrunken. Ja 5 Gläser Met waren wohl doch zu viel.~, dachte Harry während er einen weiteren Schluck nahm und die anderen Gäste beobachtete. Einige hatten sich in den hinteren Teil des Raumes begeben und tanzten zu einem Lied das Harry nicht kannte. Fünf hatten sich an die Bar gesetzt und tranken ein Glas nach dem anderen. Dann gab es noch drei die in der Mitte des Raumes an einem Tisch saßen und Poker spielten. Harry konnte sich nicht vorstellen, dass hier Muggel und Zauberer in friedlichem Einklang zusammen waren und von einander wussten. Es war für ihn einfach unbegreiflich.
„Was ich nicht verstehe...“, begann er nach langer Stille,“...ist wie die Muggel von uns wissen können und trotzdem so eine normale Stimmung herrschen kann. Wieso geht das nicht mit allen Muggeln?“, fragte er und begann doch langsam zu nuscheln. Balthasar seufzte und sah sich im Raum um.
„Es gibt mehrere Gründe wieso es nicht mit allen Muggeln geht. Den ersten hast du ja am eigenen Leib kennen gelernt. Es gibt Muggel die so etwas abartig finden könnten und eine Bedrohung für uns werden könnten. Dann kann es geschehen, dass die Muggel unsere Magie ausnutzen und uns dadurch auch ernsthaft Schaden könnten. Weißt du, Gothics haben es schwer in der Muggelwelt genauso wie die Schwarzmagier in unserer Welt. Wir wissen wie es ist verstoßen zu werden und sind dadurch viel toleranter. Wir wissen wie es ist anders zu sein und können dadurch viel besser mit anderen mitfühlen und auch damit umgehen. Und vieleicht solltest du etwas langsamer machen mit dem Met. Man kann das ganz leicht unterschätzen“, erklärte Balthasar mit einem sanften Lächeln.
„Ich wünschte nur, der Rest würde es auch endlich erkennen“, flüsterte Harry mit trauriger Stimme. „Vielleicht würden sie mich dann sehen.“ Balthasar sah ihn fragend an.
„Wie meinst du das?“, riss er ihn aus seinen Gedanken. Harry sah ihn etwas benommen an, bis er den Kopf wieder senkte und sein Glas anstarrte.
„Na jeder sieht doch nur den Jungen der Voldemort besiegt hat. Es ist ihnen egal was ich fühle. Sie haben eine Idealvorstellung von mir und wenn ich aus diesem Muster falle, begegnen sie mir gleich mit Spott und Verachtung. Sie wollen nicht sehen, dass ich ein normaler Junge mit normalen Gefühlen und normalen Ängsten bin.“ Es schien als würde es Harry gut tun endlich darüber reden zu können. Er wirkte als hätte man ihm eine Last genommen und er saß viel entspannter in seinem Stuhl.
„Deswegen das neue Styling? Damit sie wachgerüttelt werden und endlich einsehen das du normal bist?“, frage Balthasar überrascht. Harry nickte und trank einen weiteren Schluck.
„Ja, vielleicht sehen sie dann nicht mehr meine Narbe sondern auch mich. Selbst bei meinen Freunden habe ich es im letzten Schuljahr bemerkt. Ich wollte es nicht Wahr haben aber sie sehen auch nur den Helden in mir und wollen daraus profitieren. Wahrscheinlich sieht selbst Dumbledore mich nur als seine Schachfigur. Scheiße ich sollte echt nicht so viel trinken!“, meinte Harry und fuhr sich durch die Haare. Balthasar lächelte ihn mitfühlend an.
„Ist schon in Ordnung. ich kann dich verstehen. Es muss echt scheiße sein für etwas gehalten zu werden was man eigentlich nicht sein will.“
„Das ist ja noch nicht mal das Schlimmste. Das Schlimmste ist, dass ich in letzter Zeit immer öfter daran denke einfach aufzugeben. Es einfach geschehen zu lassen, wenn Voldemort mich das nächste Mal umbringen will. Das wird mir einfach zu viel.“ Harrys Stimme war immer leiser und stockender geworden, seine Wangen waren rot vom ungewohnten Alkoholkonsum und sein Blick war leicht verklärt.
Balthasar schüttelte nur den Kopf und wuschelte Harry durch die Haare.
„ Du bist sehr stark, weißt du das? Andere wären schon längst an dieser Last zerbrochen. Aber du hast durch gehalten und hast dir deine Seele bewahrt. Das ist wirklich stark.“ Harry nickte und lächelte leicht.
„Vielleicht sollte ich mal versuchen Voldemort zu verstehen. Vielleicht finde ich dann endlich Ruhe. Ich meine, wenn Dumbledore mich nur ausnutzt und ich immer gedacht habe er währe gut, ist Voldemort nicht ganz so schlimm und vielleicht nimmt er mich so wie ich bin. Er würde vielleicht nichts in mich hinein interpretieren und mir irgendein Verhalten aufzwingen“, meinte er abwesend.
„Ja vielleicht...“, bestätigte Balthasar.
Den Rest des Abends unterhielten sie sich über Belanglosigkeiten und verschiedene Bands und harry genoss den rest des Abends ohne daran denken zu müssen, was ihn erwartete, wenn er nur wieder in seine grausame Realität zurück kehren musste.
 
Als Harry wieder nach Hause musste, war Balthasar mit ihm appariert, da Harry die fünf Tüten mit Kleidung nicht allein tragen konnte. Seine Verwandten hatten einen mittleren Schock erlebt als sie Harry und seinen Begleiter gesehen hatten. Nachdem Balthasar ihnen noch einmal mit ein paar schönen Flüchen gedroht hatte, falls sie es wagen sollten Harry irgendwie mies zu behandeln, waren sie ganz still und hielten es für besser, sich zu verkriechen. So hatte Harry seit 15 Jahren das erste Mal Ruhe vor seinen Verwandten und war froh darüber. Nun saß er in seinem Zimmer und war in ‚101 witzige Flüche’ vertieft, das ihm Balthasar zum Abschied geschenkt hatte und er beschloss ein paar davon in der Schule mal aus zu probieren. Immerhin waren sie legal, darauf war im Vorwort ausdrücklich hingewiesen worden und Harry war es nur recht. Das würde ihm bestimmt einige Nervensägen vom Leib halten.
„Junge komm runter!“, hörte Harry seinen Onkel rufen. Genervt aufstöhnend erhob er sich von seinem Bett und verließ sein Zimmer. Unten angekommen erwarteten seine Verwandten ihn schon im Hausgang.
„Wir sind auf einer Firmenfeier. Es wird wahrscheinlich nach Mitternacht. Dudley übernachtet bei einem seiner Freunde. Ich hoffe für dich dass das Haus noch steht, wenn wir wieder kommen sonst...“, Vernons erhobene Hand sprach mehr als tausend Worte, doch Harry ließ es kalt.

„Und wenn du auch nur einmal wieder Hand an mich legen solltest dann...“, sagte Harry und sein eisiger Blick ließ es seinem Onkel eiskalt den Rücken hinunter laufen. Er nickte nur noch einmal zum Abschied und schon waren die beiden aus der Tür hinaus. Harry atmete einmal tief durch und begann zu grinsen.

„Sturmfreie Bude.“

Er ging er in die Küche um sich erstmal ein paar Sandwichs zu machen und sich dann vor den Fernseher zu schmeißen.

 
Mitten in einem Film über eine Sängerin die sich in einem Nonnenkloster verstecken musste, weil sie zu gesehen hat wie ihr Freund jemanden ab geknallt hat und daraufhin für einige Veränderungen in diesem Kloster sorgt, klingelte es an der Tür.
~Dabei wollte ich doch den Chorauftritt sehn~ murrte Harry und ging an die Tür um selbige zu öffnen. Als er die Störenfriede erkannte, war der Film zu einer Unwichtigkeit zusammen geschrumpft. Vor der Tür standen Lucius Malfoy, sein Sohn Draco und...
„Balthasar?“, entfuhr es dem reichlich verwirrten Jungen. Balthasar nickte betreten und lächelte entschuldigend.
„Jep, genau der. Ähm könnten wir vielleicht rein kommen? Hier draußen ist es doch etwas zu Frisch um zu reden.“
Harry war so durcheinander, dass er einfach zur Seite trat und noch nicht einmal die verwunderten Blicke des malfoy Sprösslings mitbekam. Er führte sie ins Wohnzimmer und machte den Fernseher aus, bevor er sich zu den andern umdrehte.
„Setzen sie sich doch“, meinte er und deutete auf das Sofa und die beiden Sessel. Die beiden Malfoys setzten sich auf das Sofa während Balthasar sich in einen der beiden Sessel fallen lies. Harry jedoch trat von einem Fuß auf den anderen bis er sich dazu durchringen konnte sich auch endlich in einen Sessel zu setzen.

„Also gut“, begann er. „Was wollen sie von mir? Ich meine sie sind Todesser, das ist ja wohl klar und da du dabei bist Balthasar nehme ich an dass auch du zu Tom gehörst“, er seufzte. „Ich will nicht sagen, dass ich jetzt einen Kleinkrieg anfangen möchte, du weißt ja wieso Balthasar. Aber trotzdem bin ich sehr verwirrt, da sie ja sonst keine Gelegenheit auslassen mich umbringen zu wollen.“ Auch Balthasar seufze: „Ja ich gehöre zu Tom, auch, wenn du wahrscheinlich eine andere Art von ‚dazugehören’ meinst. Nachdem du wieder hier her gegangen bist, bin ich zu meinem Bruder gegangen um ihm zu erzählen, was du mir erzählt hast...“

 
~~~~Rückblende~~~~
„Glaub mir, der Junge will gar nicht gegen dich kämpfen. Dumbledore hat ihn nur immer wieder in die Enge getrieben so dass er es quasi musste. Bitte red mit ihm. Erzähl im was uns passiert ist und wieso du Voldemort erschaffen hast. Er hat es verdient die Wahrheit zu erfahren. Die unverfälschte Wahrheit und nicht die, die der alte Tattergreis ihm immer auftischt.“
Balthasar saß in einem gemütlichen Sessel, im Arbeitszimmer seines Bruders, der unruhig hin und her lief.
„Das sagst du so leicht Balthasar. Ich meine, woher soll ich wissen dass es nicht wieder eine Finte von Dumbledore ist?“ gab er zu bedenken.
„Verdammt TOM! Der Kleine ist echt fertig. Er ist in die Nokturngasse gegangen in dem Wissen dass er, wenn er erkannt wird, entweder getötet oder direkt zu dir gebracht wird. Glaub mir ich habe mit ihm gesprochen und er hat nicht gelogen. Seine Augen waren klar und ehrlich. Er will wirklich von Dumbledore weg.“ Balthasar war aufgesprungen und auf seinen Bruder zugegangen. Dieser nickte, „Na gut, vielleicht hast du recht. nimm Lucius mit und hol ihn her. Ich werde mit ihm reden. Wer weiß, vielleicht könnte er mich wirklich verstehen.“ Tom Riddle lächelte traurig. „Wenigstens er.“
~~~~Rückblende Ende~~~~
 
„Tom Riddle? Du meinst dein Tom ist der Tom?“ Harry stand unter Schock. Der erste Mensch bei dem er sich in letzter Zeit wohl gefühlt hatte war der Bruder von Tom Riddle, von Voldemort. “Was meintest du mit Voldemort erschaffen?” fragte er nach einiger Zeit in der er sich gesammelt hatte. Die anderen hatten nur still da gesessen und haben den Jungen beobachtet.

Nun erhob Lucius das Wort, „Tom Riddle hat Voldemort ‚erschaffen’. Er ist quasi wie eine zweite Persönlichkeit. Voldemort ist der Kühle und berechnende Anführer und das erlaubt ihm als Tom Riddle normal zu sein.“ Man sah die Fragezeichen um Harrys Kopf schwirren.

„Hä?“, war das Intelligenteste was er heraus bekam. Draco musste sich ein Lachen verkneifen, bei dem Gesicht, das Harry gerade machte. Auch Balthasar grinste.
„Hell wie zwei Eimer Dunkel heute, was?“, sagte er neckisch, doch Harry wusste dass er es nicht ernst meinte. Trotzdem meinte er: „Ha, ha, ha. Echt witzig. Ich lach mich tot.“ Allein der Umstand dass sein Gesicht dabei aussah als würde er gleich einschlafen, brachte die anderen zum Lachen und Harry wunderte sich, das Draco normal lachen konnte. Nicht kalt oder gehässig, sondern warm und freundlich. Wenn Harry ehrlich sein sollte, musste er zugeben dass es ihm gefiel und diese Tatsache verwirrte ihn mehr als er sich eingestehen wollte.
„OK jetzt haben wir alle mal kräftig gelacht“, meinte er trocken und wandte sich Lucius zu, „Weshalb seid ihr jetzt hier? Bestimmt nicht um mir ein kleines Schwätzchen zu halten und etwas Tee zu schlürfen“, seine Stimme troff nur so vor Sarkasmus und er kam nicht umhin sich Lucius Malfoy vor zu stellen, wie er mit abgespreiztem Finger aus einer Porzellantasse Tee schlürfte. Allein bei der Vorstellung musste er sich das Lachen verkneifen. Lucius schien es nicht ganz so witzig zu finden denn er schüttelte sich einmal kurz und meinte dann etwas frostig: „Wie Du ja schon fest gestellt haben dürftest wurden wir von Tom Riddle geschickt. Wohl gemerkt Tom Riddle und nicht Lord Voldemort. Mr. Riddle lässt dir ausrichten, dass er zu einem Waffenstillstand bereit ist und dich zu ihm einlädt. Er lässt dir außerdem mitteilen, dass er dir alle Fragen beantworten wird, wenn du dich entschließt uns zu begleiten.“

Gedanken verloren nickte Harry und meinte dann: „Um noch mal auf die Sache mit dem ‚erschaffen’ zu kommen...“

„Das ist so Harry. Wenn Tom als Anführer der Todesser so wäre wie er normal ist, würde es schnell Anhänger geben, die versuchen würden ihn zu stürzen. Um so eine ‚Masse’, sag ich jetzt mal, zu kontrollieren und zu regieren, muss er berechnend, kalt und Fehlerlos sein. Er darf sich keine Schwächen erlauben, ansonsten würden diese sofort gegen ihn verwendet. Deswegen auch die Sache mit den roten Augen. Wenn seine Augen sich ändern verschließt er quasi alle Gefühle in seinem Innern. Aber wenn er ganz normale grüne Augen hat, dann ist er ein ganz normaler Mensch mit ganz normalen Gefühlen. Auch, wenn Voldemort mit der Zeit auf Tom abgefärbt hat“, erklärte Balthasar mit einem väterlichen Lächeln. Harry zog die Stirn in Falten.
„Aber wie soll das gehen?“ fragte er.
~Wenn man ihnen so zuhört, hat man den Eindruck, dass Tom eigentlich gar nicht so werden wollte. Aber wieso ist er dann so geworden? Das muss ich ihn wohl selber fragen.~
„Weißt du Harry“, seufze Balthasar. „Es gibt einige dunkle Flüche die so gut wie Keiner mehr kennt und genau so einen hat Tom benutzt. Es hat ihn damals fast umgebracht und ich versteh bis Heute nicht wieso er das Risiko auf sich genommen hat aber ich bin ihm nicht böse. Das gute an diesem Zauber allerdings ist, dass nicht mal Dumbledore ihn kennt.“ Bei dem letzten Satz hatte sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht ausgebreitet und Harry konnte nicht anders als mit zu grinsen. Ein leises Hüsteln war zu hören und alle wandten sich Draco zu.
„Ich befürchte es wird langsam Zeit. Es ist bereits 22 Uhr“, gab er zu bedenken und sein Vater fasste sich an die Stirn.
„Natürlich. Harry es tut mir leid aber du müsstest dich jetzt entscheiden. Wenn du mit uns kommst wirst du alles weitere erfahren....Und noch viel mehr“, setzte er noch nach. Harry nickte und erhob sich.
„Ich komme mit.“ Ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht, „Ich bin zwar noch nicht völlig überzeügt, aber ich werde Tom eine Chance geben.“ Mit diesen Worten verschwand er auf der Treppe. Draco lief ihm hinterher.
„Warte, ich helfe dir beim packen“, sprach er mit einem freundlichen Lächeln.
„Seit wann kannst du mich eigentlich leiden?“, fragte Harry ganz unvermittelt als sie seinen Raum betraten. Der Slytherin stutzte, aber nicht nur wegen Harrys Frage. Als Draco sich wieder einigermaßen gesammelt hatte antwortete er mit einem Grinsen: „Ich habe nie behauptet dass ich dich nicht leiden kann. Du hattest nur die falschen Freunde.“ Er begann die Schulsachen zusammen zu suchen während Harry sich daran machte seine Kleidung in den Koffer zu packen.
„So, so, dafür hast du die letzten 4 Jahre aber ganz schön gegen mich gewettert“, neckte Harry, Draco der immer wieder anerkennend pfiff, wenn  er mal wieder ein interessantes Kleidungsstück entdeckte.
„C’est la vie.“
Harry schlug den Deckel von seinem Koffer zu und schloss Hedwigs Käfigtür bevor die beiden Jungen sich mit dem Gepäck ins Erdgeschoss begaben. Dort warteten schon die beiden Erwachsenen.
„Wir haben deinen Verwandten einen Brief da gelassen, in dem steht dass du vorläufig ‚entführt’ bist“, meinte Balthasar mit einem fiesen Grinsen. „Wir können dich ja nicht einfach mitnehmen ohne Dumbledore ein bisschen zu schocken, oder?“
„Na wenn du meinst“, grinste Harry zurück.




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